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Elsass: Die erste Tour war noch komplett getrennt

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Unsere Reise 2014 war mehr als nur ein Urlaub. Es war der Moment, in dem wir die Entschleunigung auf zwei Rädern für uns beide entdeckten. Zwischen den sanften Weinhängen und den historischen Riegelhäusern des Elsass fanden Heidi und ich endgültig das Gefühl von Freiheit. Allerdings noch mit größter Vorsicht - wir fuhren getrennt.

Herrliches Colmar!

Die irre Reise in ein vertrautes Land

Der Elsass-Trip war einfach irre. Also wir beide jedenfalls. Aus Angst, die lange Tour zu zweit auf der Vespa nicht zu überstehen, fuhren wir beim ersten Mal getrennt. Ich auf der Vespa, Heidi in ihrem Auto. Parallel und noch völlig unerfahren verabredeten wir Treffpunkte, fuhren teils hintereinander, teils wartete jemand am nächsten Ziel. Wir haben es so dann auch nie wieder gemacht.

Über einen Verwandtenbesuch in Baden-Württemberg erreichten wir auf der Autobahn zügig das südliche Baden und über Kehl die Europastadt Straßburg. Ein echtes Highlight, wie sich schnell zeigen

sollte. Aber zunächst begann der Besuch mit einem echten Abenteuer. Die Tiefgarage am Hotel war so eng und dunkel, die Rampe so steil, dass sich Heidi nicht traute, ihr Auto dort einzuparken. Also musste ich das übernehmen - nein, das wird jetzt keine männliche Heldengeschichte. In dem düsteren Verließ verließ auch mich schnell aller Mut. Das Ausfahren nach drei Tagen wurde sogar lebensgefährlich. Beim Hochfahren auf der Rampe gab Heidi so viel Gas, dass sie oben aus dem Tor förmlich herausschoss. Wir sind allen Radfahrern und Fußgängern dankbar, die in dem Moment nicht das Tor passierten.

Ansonsten genossen wir bei herrlichem Wetter die Europastadt. Das EU-Gebäude - grandios. Die Brücke über eines der Gewässer - ein Genuss. Der Flammkuchen in Straßburg - unschlagbar. Der Europäische Rat - wuchtig. Straßburg gibt einem sehr viele Europa-Vibes.

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Bernd vor dem Europaparlament und Heidi posiert am Europäischen Rat.

An der Königsburg vorbei, entlang unzähliger Weinberge und herrlich alter Fachwerkdörfer erreichten wir Kaysersburg. Auch so ein verträumtes Örtchen, in dem wir viel Wein und Guglhupf genossen. Weiter ging es nach Colmar, eine Stadt, die uns am besten gefiel. Eine wunderschöne Innenstadt mit natürlich Fachwerk, unzählige Kneipen und Gaststätten mit dem leckersten Essen, eine alte Markthalle, überall Blumenschmuck - man steht inmitten eines Postkartenmotivs.

Außerdem hat Colmar einen prächtigen Park mit Springbrunnen und einem der für Frankreich so typischen alten Karussells. Das war Genuss und Erholung. Von Colmar aus machten wir über das Käsedorf Munster einen Abenteuerausflug zum Col de la Schlucht. Fans der Tour de France kennen den steilen Anstieg in den Vogesen, meine Vespa LX 125 sollte sie kennenlernen. Bis zu 7,4 Prozent Steigung bis zum 1.139m hohen Pass - Heidi meinte später, sie hätte angesichts des langsamen Tempos unterwegs Blumen pflücken können.

Aber der Roller schaffte die Tortur. Weiter ging es nach Mulhouse, der Industriestadt ganz im Süden. An sich weniger hübsch, nutzten wir die Stadt zu Ausflügen in das prächtige Basel, zur berühmten Feuerwehr in Weil am Rhein (entworfen von der Stararchitektin Zaha Hadid), zum Rhein, nach Lörrach und ins idyllische Freiburg.

In Mulhouse selbst gab es natürlich auch ein Ziel, das nationale Automuseum, die Sammlung Schlumpf. 500 Oldtimer, Luxusschlitten und Rennwagen sind dort aufgereiht. Man entdeckt vergessene Perlen der Autogeschichte wie die Marken Hispano-Suiza, Panhard & Levassor sowie ganz viele Bugattis aller Epochen. Besonders spannend fand ich das Wiedersehen mit meiner Kindheit, mit Peugeots 404, Simcas oder einem skurrilen Kurz-Renault 4.

Eine tolle Reise war das durch den Elsass. Aber den Quatsch mit zwei getrennten Fahrzeugen machten wir nie wieder. Die nächsten Reisen überlegten wir uns einen anderen Trick, um das eigentliche Ziel zu genießen und dennoch Heidi die Möglichkeit zu geben, schneller voran zu kommen, weil sie nicht so viel Urlaub am Stück bekam - sie fuhr die Anfangs- und Endetappen mit dem Flixbus. Mehr darüber ab 2016.

Tour-Galerie

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Das Elsass ist überall idyllisch, auch in Straßburg. Blick ins typische Fachwerk-städtchen Riquewihr.

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Blick auf das Herz der Europäischen Union, das EU-Parlament. Eguisheim bietet ein weltberühmtes Fotomotiv. Unsere Route mit Auto und Vespa ins südliche Elsass.

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Geschafft: Bernd und Vespa erreichten den Pass Col de la Schlucht. Markt und Münster in Freiburg. Schnappschuss im Spiegel der Vespa.

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Heidi am Rhein und Extra-Ausflug nach Basel.

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Karussell im Zentrum von Colmar. Traute Zweisamkeit beim Abendessen mit Baguette, Käse und elsässischem Wein. Futuristisches Mercedes-Design im Automuseum Mulhouse.

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