vespafahrer.net
Love on the road

Wer monatelang auf wenigen Quadratzentimetern Kunstleder durch die Welt reist, lernt sich neu kennen. Das Fazit nach intensivem Kennenlernen lautet: Es gibt für uns keine besseren Partner als uns beide. Wer ist schon verrückt genug, Monate gemeinsam auf einer kleinen Sitzbank zu verbringen, um die Welt zu entdecken? Wer ist - außer uns - überhaupt neugierig genug für die Welt?
Kunst der Nähe
Blick zurück



Solche Selfies habe ich oft gemacht unterwegs. Heidis Lächeln von hinten macht den Tag schöner.
Auf der Vespa gibt es kein Entkommen. Das ist meistens auch gut so. Man muss es nur wollen.
Liebe ist alles
Nicht-Kommunikation ist manchmal besser
Auf dem Roller hört man sich oft nur schwer. Das ist gut. Oder um Heidi zu zitieren: Wenn man ständig zusammen ist, ist man froh, nicht alles zu hören und zu verstehen. Sechs Monate jeden Tag und jede Nacht zusammen zu sein, ist wunderbar, aber auch fordernd und anstrengend. Da sind Kommunikations-Zwangspausen lebensnotwendig. Bitte kein Intercom!
Gepäck-Minimalismus
Zu zweit auf einer Vespa ist der Platz extrem begrenzt. Packt nur das Nötigste ein und wascht unterwegs. Jedes Kilo weniger verbessert das Fahrverhalten und verbessert das gemeinsame Gefühl. Achtet auf Euer gegenseitiges Wohlbefinden. Ein Stopp am Eisladen kann die Beziehung retten. Achtet unbedingt darauf, dass jede/r zu seinem Recht kommt bei der Tagesgestaltung.
Pausen für den Hintern und die Seele
Regelmäßige Pausen sind wichtig für die Konzentration sowie für beide Hinterteile. Aber vor allem kann man sich das erzählen, was einem unterwegs wichtig war, aber durch den Fahrtwind unaussprechbar. Pausen legen wir alle 60 bis 80 Minuten ein. Mal länger, mal kürzer.
Das Reisen zu zweit auf einer Vespa ist eine sehr intensive Erfahrung für ein Paar. Tag, Nacht, Tag, Nacht. 172 Mal. Es schweißt zusammen, fordert aber auch Geduld und Planung. Ständige Neugierde auf das, was kommt, statt Rückschau auf den Streit von gestern. Das ist unsere Erkenntnis aus fast 90.000 gemeinsamen Kilometern.
Am wichtigsten ist dieses crazy little thing called ... love. Was sich liebt, das neckt sich nicht nur, sondern fällt bei so viel Nähe auch mal verbal wutentbrannt übereinander her. Was uns immer wieder zurückgeholt hat?
Liebe.
Und das unbedingte Wissen, dass es mit dem Partner manchmal scheinbar unerträglich ist, ohne ihn aber ganz sicher und auf Dauer. Es gibt keine zweite Frau, die es mit mir monatelang auf dem Vespasitz aushält und dabei noch zuckersüß lächelt.


